Alte Klaviere und alte Flügel  - Klavier Sammlung

 

 

 

 

 

 

 

















Miklós Doleviczényi

Klavierbauer (Meister), Klavierstimmer und Pianist
Losenburg 5
42549 Velbert
Telefon 02051 60 93 53

Klavier Werkstatt:
Ruhrtalstraße 17 a
45239 Essen (Werden)
Telefon 0201 44 30 48
 

Miklós Doleviczényi
Klavierbaumeister, Klavierstimmer und Pianist

Klavierbauer, Klavierstimmer und Pianist

Pressestimmen:
LOCATION ESSEN, Dezember 2008

Ein Leben lang Piano
Zu Besuch bei Klavierbauer Miklós Doleviczényi




Klavierbau-Handwerk ist nicht nur filigran. „Meine Gesellenprüfung habe ich gemacht wie Quasimodo, solche Rückenschmerzen hatte ich.“ Heute kommt Doleviczényi besser mit den schweren Lasten zurecht. „Ich habe viel von den Balletttänzern gelernt, wie ich mich bewegen und welche Muskeln ich aufbauen muss.“





Mindestens 12 Grad herrschen in den Lagerräumen. „Die Klaviere dürfen nicht frieren.“




Miklós Doleviczényi verleiht den Instrumenten neuen Glanz.

SeineWelt ist schwarz und weiß, besteht derzeit aus 17.600 Tasten und Miklós Doleviczényi ist nicht gefeit davor, dass es noch mehr werden. Sein Herz schlägt für Hammerköpfchen und Resonanzböden, für Klaviaturen und die hölzernen Verzierungen an den Schönheiten, die jede für sich ein handwerkliches Meisterstück ist. Miklós Doleviczényi ist Klavierbaumeister, Restaurateur und Pianist. Wer ihn in seiner Werdener Werkstatt besucht, tritt ein in ein Reich, in dem sich die schönsten S(a)eiten dieses Musikinstruments jedem offenbaren.

Wer die unscheinbareTür öffnet steht mittendrin in einem Potpourri aus alten, etwas verstaubten Holzinstrumenten, grobem Werkzeug und feinsten lackierten Flügeln. Die Luft ist trocken, es duftet nach Werkstatt und gleichzeitig doch auch nach konzertanter Materie. Miklós Doleviczényi rückt auf seinem Stuhl nach vorn „Ich hab mich verhoben. Ich hatte solche Rückenschmerzen. Konnte gar nicht mehr spielen. Jetzt geht es schon besser.“ Vielleicht das größte Berufsrisiko eines Klavierbauers, der tagtäglich die filigranen und doch so massigen, zentnerschweren Instrumente bewegt. Vielleicht birgt der Beruf aber auch ein weiteres Risko: Dass das Arbeitsmaterial zum Objekt der Begierde wird und mit all seinem Charme den Klavierbauer in seinen Bann zieht. Und vielleicht ist es Miklós Doleviczény sogar genau so ergangen. Aber von vorn ...

Es war 1974 als der gebürtige Ungar nach Deutschland emigrierte. Er begann ein Studium an der Folkwang-Hochschule und gründete mit Freunden die Band ‘Cabine 6’. Regelmäßig traf man sich in der Rüttenscheider Jazz-Rock-Kneipe ‘Alexander’. „Es war immer brechend voll. Quasi die ganze Jazz-Abteilung von Folkwang war dort, auch Helge Schneider ging hier ein und aus.“ Eine Zeit auf die Miklós Doleviczényi gerne zurück blickt. Erinnerungsfotos hängen an den Werkstattwänden.

Zur Ausbildung als Klavierbauer kam wie so häufig der Ungar dann ganz zufällig. „ Ich habe ein Klavier geschenkt bekommen. Ihm fehlten zehn Hammerköpfchen. Also habe ich mich auf die Suche begeben.“ Doleviczényi traf auf den Klavierbauer Bieling
in Bottrop, der ihm die fehlenden Hammerköpfchen schenkte. Dem Studenten bot er
nach seinem bekundeten Interesse an, sich bei ihm zum Klavierbauer ausbilden zu lassen. Nach fünfeinhalb Jahren und gleichzeitig absolviertem Folkwang-Studium bestand Miklós Doleviczényi seine Gesellenprüfung. Er machte sich selbstständig, spezialisierte sich auf altdeutsche Instrumente. „Sie sind von Klang und Schönheit das Beste! Haben eine unübertroffene Sensibilität und Dynamik. Einige Klaviere klingen gar wie Flügel.“ Der Klavierbaumeister schätzt das alte Handwerk, „zudem war noch genügend geeignetes Holz da. Es wurde langsam in einer Kammer getrocknet und erst dann weiter verarbeitet. Heute ist
die Bergische Fichte sehr rar.“

Podeste für die Klaviere
In Ungarn legte Doleviczényi später seine Meisterprüfung ab, lernte letzte Kniffe des aufwendigen Handwerks von einem Klavierbaumeister, der nach der Wiener Schule arbeitete. Und dann ging es los mit Doleviczényis Sammelleidenschaft. Fünf Jahre lang arbeitete der Klavierbauer in einer kleinen Werkstatt in Holsterhausen. „Irgendwann hatte ich so viele Klaviere angesammelt, dass wir Podeste bauen
mussten.“ Seit fünf Jahren ist das Tor 1 an der Ruhrtalstraße die Heimat des Pianisten und seiner Pianos. Unglaubliche 200 Klaviere und Flügel stehen hier in Reih’ und Glied, dicht an dicht, in unterschiedlichem Zustand. Sie faszinieren
ihn („Das hier ist von 1870, ist das zu glauben?“), berühren ihn („Der Besitzer hat es mit der Axt zerstört, weil es nicht schnell genug abgeholt wurde. Ich könnte weinen.“) und fordern ihn („Dieses hiermuss restauriert werden - darum wollte ich mich schon so lange kümmern ...“).

Elfenbein statt Kunststoff
Bis zu 340 Arbeitsstunden steckt der 59-Jährige in ein einzelnes Objekt. Liebevoll ergänzt er fehlende Elfenbeinklaviaturen, statt sie durch Kunststoff belegte Tasten zu ersetzen. Oder restauriert alte Stücke ganz nach den Vorstellungen des zukünftigen Besitzers. Und das alles neben seiner Folkwang-Anstellung als Korrepetitor in der Ballett-Abteilung. Zudem ist Doleviczényi als Klavierstimmer im gesamten Ruhrgebiet ‘im Einsatz’. Er stimmt ein Klavier oder einen Flügel traditionell mit dem Ohr und nicht mit einem geeichten Messinstrument, welches, wie er sagt „feine Obertöne etwas emotionslos wahrnimmt.“ In Miklós Doleviczényis Werkstatt steckt hingegen pure Emotion. Jedem Klavierspieler auf der Suche nach einem neuen Instrument sei ans Herz gelegt, den Klavierbauer einmal zu besuchen.

Download: Die Reportage als PDF Datei zum Drucken

Für weitere Informationen und Anfragen:
Füllen Sie mein Kontaktformular aus oder
rufen Sie mich an: 02051 60 93 53 oder
schreiben Sie mir: info@klavier-miklos.de
Internet Service: www.cara-marketing.de